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Die Komturei Amöneburg »Kardinal von Galen« gehört zum Großpriorat Deutschland des internationalen OSMTH.

Dieser ist der einzige von den Vereinten Nationen als NGO - Nichtstaatliche Hilfsorganisation - mit Konsultativstatus anerkannte Templerorden. Der internationale OSMTH ist in der Schweiz unter der Nummer CH 660 1972999-4 international registriert und das Logo ist international geschützt.

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Unser Namenspatron

Wer war Clemens August Graf von Galen?

 

Kardinal Clemens August Graf von Galen
Clemens August
Kardinal Graf von Galen (*)
Clemens August Graf von Galen wurde am 16. März 1878 auf der Burg Dinklage im Oldenburgschen Teil des Bistums Münster geboren. Als elftes von dreizehn Kindern wuchs er in der Geborgenheit seiner gläubigen Familie auf.

 

Nach dem Abitur studierte er in Innsbruck und Münster Theologie und wurde am 28. Juni 1904 zum Priester geweiht.

Nach der Priesterweihe wurde Clemens August zunächst Domvikar am Dom zu Münster mit dem Auftrag, seinen Onkel, Weihbischof Maximilian Gereon Graf von Galen, auf seinen Firmungsreisen durch das Bistum Münster zu begleiten. In dieser Tätigkeit lernte er viele Pfarreien im großen Bistum Münster kennen.

1906 wurde Clemens August zum Kaplan an St. Matthias in Berlin ernannt. Damit begann eine 23-jährige priesterliche Tätigkeit als Kaplan und Pfarrer in der Reichshauptstadt. Er erlebte in Berlin die schwere Zeit des 1. Weltkrieges, die Wirren der Nachkriegszeit und einen großen Teil der Zeit der Weimarer Republik. Die Diaspora-Situation in der Großstadt Berlin stellte ihn vor große pastorale Anforderungen.

1929 wurde Graf von Galen ins Bistum Münster zurückgerufen und zum Pfarrer an der Stadt- und Marktkirche St. Lamberti in Münster ernannt. Nach dem Tod von Bischof Johannes Poggenburg wurde er vom Domkapitel zum Bischof von Münster gewählt. Am 28. Oktober 1933 empfing er die Bischofsweihe. Als Wahlspruch wählte er das Wort: "Nec laudibus – nec timore".

Bischof Clemens August begann sein bischöfliches Wirken mit der Eröffnung der "Ewigen Anbetung" in der Servatii-Kirche in Münster. Dies ist bezeichnend für seine tiefe persönliche Frömmigkeit. Sie zeigt sich auch in einer lebendigen Marienverehrung. Gern und häufig pilgerte er allein zu Fuß in der Morgenfrühe nach Telgte, einem Wallfahrtsort 12 km von Münster entfernt, um am Gnadenbild der Schmerzhaften Mutter die heilige Messe zu feiern.

Schon in seinem ersten Fastenhirtenbrief 1934 entlarvte Bischof Clemens August die neuheidnische Ideologie des Nationalsozialismus. Immer wieder trat er in den folgenden Jahren für die Freiheit der Kirche und der kirchlichen Verbände und für die Erhaltung des Religionsunterrichtes an den Schulen ein. Er wusste sich dabei von den Priestern und Laien im Bistum Münster getragen. Vor allem seine zahlreichen Firmungsreisen durch die Dekanate des Bistums wurden trotz aller Schikanen der nationalsozialistischen Partei und der Geheimen Staatspolizei zu unübersehbaren Kundgebungen des Glaubens und der Solidarität.

In einer großen Predigt im Dom zu Xanten, am Grab des heiligen Viktor, eines Märtyrers aus frühchristlicher Zeit, klagt Bischof Clemens August im Frühjahr 1936 das national-sozialistische Regime an, Christen wegen ihres Glaubens zu diskriminieren, ins Gefängnis zu werfen und sogar zu töten. Er sagte: "Es gibt in deutschen Landen frische Gräber, in denen die Asche solcher ruht, die das Deutsche Volk für Märtyrer hält". Diese Predigt fand über die Grenzen Deutschlands hinaus nachhaltigen Widerhall. Schon damals rechnete der Bischof mit der Möglichkeit, dass auch er der Freiheit beraubt und an der Ausübung des bischöflichen Amtes gehindert werden könnte.

Bischof Clemens August gehörte zu den Bischöfen, die Papst Pius XI. im Januar 1937 nach Rom einlud, um mit ihnen über die Situation in Deutschland zu sprechen und das Weltrundschreiben "Mit brennender Sorge" vorzubereiten, in dem er das national-sozialistische Regime vor der Weltöffentlichkeit anklagte.

Gemeinsam mit den übrigen Bischöfen trat Bischof Clemens August in verschiedenen Hirtenbriefen der Rassenideologie des Nationalsozialismus entgegen. Er gehörte zu den Bischöfen in der Fuldaer Bischofskonferenz, die ein energischeres Auftreten gegenüber dem Nationalsozialismus auch in der Öffentlichkeit forderten.

1941, als das "Dritte Reich" auf dem Höhepunkt seiner Macht stand, begannen die staatlichen Stellen, Klöster zu beschlagnahmen und Ordensleute zu vertreiben. Gleichzeitig wurde bekannt, dass größere Aktionen zur Tötung geistig behinderter Menschen durchgeführt wurden. In drei großen Predigten am 13. und 20. Juli sowie am 3. August prangerte der Bischof in aller Öffentlichkeit diese Unrechtsmaßnahmen an. In der Predigt am 3. August klagt Bischof Clemens August das nationalsozialistische Regime des Mordes an geistig kranken Menschen an. Er weist darauf hin, dass seine schriftlichen Einsprüche und Proteste nichts genutzt haben.

"So müssen wir damit rechnen, dass die armen, wehrlosen Kranken über kurz oder lang umgebracht werden. Warum? … Weil sie nach dem Urteil eines Amtes, nach dem Urteil irgendeiner Kommission 'lebensunwert' geworden sind, weil sie nach diesem Gutachten zu den 'unproduktiven' Volksgenossen gehören! Man urteilt: Sie können nicht mehr produzieren, sie sind wie eine alte Maschine, die nicht mehr läuft, sie sind wie ein altes Pferd, das unheilbar lahm geworden ist. Sie sind wie eine Kuh, die nicht mehr Milch gibt. Was tut man mit solch alter Maschine? Sie wird verschrottet. Was tut man mit einem lahmen Pferd, mit solch einem unproduktiven Stück Vieh? Nein, ich will den Vergleich nicht zu Ende führen, so furchtbar seine Berechtigung ist und seine Leuchtkraft … Wenn einmal zugegeben wird, dass Menschen das Recht haben, 'unproduktive' Mitmenschen zu töten – und wenn es jetzt auch nur arme, wehrlose Geisteskranke trifft –, dann ist grundsätzlich der Mord an allen unproduktiven Menschen, also den unheilbar Kranken, den Invaliden der Arbeit und des Krieges, dann ist der Mord an uns allen, wenn wir alt und altersschwach und damit unproduktiv werden, freigegeben".

Diese Predigten des Bischofs erregten weithin Aufsehen. Sie wurden geheim vervielfältigt und weitergegeben bis über die Grenzen Deutschlands hinaus. Der Bischof rechnete damit, dass die Gestapo ihn nach diesen Predigten verhaften würde. Der damalige Reichsleiter Bohrmann schlug Hitler vor, den Bischof von Münster zu verhaften und zu erhängen. Die nationalsozialistische Führung fürchtete jedoch, dass in einem solchen Fall die Bevölkerung des Bistums Münster für die Dauer des Krieges abzuschreiben sei. Es bedrückte den Bischof, dass an seiner statt 24 Weltpriester und 13 Ordensgeistliche aus der Diözese Münster ins Konzentrationslager gebracht wurden und 10 von ihnen ums Leben gekommen sind.
Der Krieg zerstörte den Dom und die Wohnung des Bischofs. In der brennenden Stadt Münster suchte er die Menschen zu trösten.

In den schweren Monaten der Nachkriegszeit war Bischof Clemens August eine Persönlichkeit, an der sich viele aufrichteten. Mit Freimut trat er auch den Besatzungsbehörden entgegen, wenn es galt, Not und Unrecht zu beseitigen oder zu verhindern. Entschieden widersprach er der damals umgehenden Meinung von der Kollektivschuld der Deutschen.

Papst Pius XII. berief Bischof Clemens August am 18. Februar 1946 in das Kardinals-Kollegium. Es war eine Anerkennung und Ehrung für seine unerschrockene Haltung in der Zeit des Nationalsozialismus. Der überfüllte Petersdom jubelte ihm, dem "Löwen von Münster" zu", als er aus der Hand des Papstes die Kardinalswürde entgegennahm.

Am 16. März wurde Kardinal von Galen bei seiner Rückkehr nach Münster von einer großen Volksmenge begeistert empfangen. Vor den Trümmern des Domes hielt er vor 50 000 Anwesenden seine letzte Predigt. Am Tag darauf erkrankte er schwer. Eine Operation konnte keine Hilfe mehr bringen. Er starb am 22. März 1946 und fand sein Grab in der Ludgeruskapelle des zerstörten Domes.

Anlässlich seiner zweiten Deutschlandreise besuchte Papst Johannes Paul II. am 1. Mai 1987 den Dom zu Münster, um die Persönlichkeit des Kardinals zu ehren und an seinem Grab zu beten.

Aus dem Hirtenbrief von Reinhard Lettmann, Bischof von Münster anlässlich der Seligsprechung von Galens, A. D. 2005

In Gedenken
Kardinal Clemens August Graf von Galen

Aufgrund seines unerschrockenen Einsatzes für ein christliches Deutschland in schwerster Zeit wählten
die Angehörigen der Komturei Amöneburg
den Namen dieses christlichen deutschen Patrioten

Kardinal von Galen

als Beinamen zu ihrer Komturei.

Wir werden sein Andenken stets in Ehren halten

*) Die Datei entstammt der Bildersammlung des Bistumsarchivs Münster, der Urheber ist Gustav Albers


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